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Stadtrundgang und Geldprobleme (Teil 1)

Hallöchen ihr Lieben, na schon gespannt, wie es wohl weitergeht?! Dürft ihr auch... auch wenn es – zumindest jetzt erstmal – etwas voraussehbar ist, denn was macht man am ersten Tag in einer neuen Stadt, die künftig für einige Monate die eigene Heimat sein soll? Natürlich! Diese besichtigen. Mit Jana als Reiseleitung an meiner Seite, machte ich mich also auf den Weg, Bisjk zu Fuß etwas zu erkunden. Ich gebe zu, der erste Eindruck vom Vortag war mir natürlich noch derb in Erinnerung und die ersten paar Schritte durch die Stadt bzw. erstmal von unserem Wohnzimmer in Richtung Bank (ja, auch Geld braucht man hier) – und damit auch Stadtzentrum – machten es nicht unbedingt besser. Oktober, was will man erwarten, grün war es jedenfalls nicht mehr, Schnee lag aber auch noch nicht, irgendwie schien alles grau, trostlos, deprimierend. Dazu kam die merkwürdige Verkehrsführung, die man in Russland immer wieder mal antrifft, und die vielen Autos, die einfach immer Vorrang haben, denn hier gilt das Recht des Stärkeren! Wenigstens das Wetter hatten wir überraschenderweise auf unserer Seite, die Sonne schien schön, wenngleich es dennoch schon recht frisch war – aber ich friere natürlich eh immer, also ist das kein gutes Maß... Bei der Сбербанк angekommen, bot sich mir schon ein etwas freundlicherer Eindruck. Das Bankgebäude ist modern gehalten, davor ein bisschen grün, auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein langgezogener Park, der trotz der Tristess noch etwas anheimelndes auszustrahlen vermochte.

Aber erst einmal Geld - holen oder tauschen?! Die Frage der Fragen, die sich theoretisch von allein beantwortete, da ich nicht sonderlich viel Bargeld bei mir hatte (50Euro), sich aber praktisch auf ganz andere Weise beantworten ließ, da meine Karte hier einfach nicht funktionieren wollte... na suuuper! Also doch erstmal das bisschen Bargeld wechseln, um wenigstens ein kleines Polster zu haben. Drinnen war es furchtbar voll und man musste eine Nummer ziehen, um die Reihenfolge nicht durcheinander zu bringen *clever*. Dabei kam bei mir übrigens das erste Mal das Gefühl hoch, dass die Räume völlig überhitzt sind, während man draußen friert und richtig schön kuschelig eingepackt sein muss, schien man in dem Gebäude am besten beraten, wenn man einen Bikini anhätte Dieser Eindruck sollte sich in den kommenden Tagen eindeutig bestätigen... Nun gut, meine Angst ewig in der brütenden Hitze warten zu müssen, um endlich an die Reihe zu kommen, bestätigte sich glücklicher Weise nicht. Offensichtlich müssen nicht viele Russen Geld wechseln *lol* Warum sollten sie auch? Also fix das Geld gewechselt und wieder ab nach draußen. Aber wie sollte das Problem mit dem Geld endgültig gelöst werden? Schließlich würden die 50 Euro nicht für die nächsten 3 Monate ausreichen... DIE IDEE schlechthin, das Geld an Jana überweisen, deren Bankkarte zum Glück auch hier zu funktionieren vermag und alles läuft seinen gewohnten Gang (zumindest erstmal!) Clever, wie ich ja nun mal bin, habe ich mir vor meiner Abreise einen TAN-Generator von meiner Bank besorgt, um problemlos aus dem Ausland überweisen zu können. Egal erstmal, so viel zu der Geld-Geschichte, nun weiter im Klartext und zurück zur Stadtbesichtigung.

Anstatt, wie erwartet, durch den gegenüberliegenden Park zu schlendern, machten wir noch einen kleinen Abstecher zu dem Flus Bija, dem Namensgeber der Stadt. Richtig idyllisch, sag ich euch! Die Sonne spiegelte sich förmlich tausendfach im Wasser wieder, das Ufer – samt kleinem Sandstrand – war menschenleer, und so saßen wir ein paar Minuten einfach still da und genossen den Anblick. Im Sommer ist es da sicher auch ganz wundervoll. All zu lange konnten wir den Anblick und die Ruhe leider nicht genießen, denn so ganz ohne Bewegung wurde uns beiden bald kalt und wir brachen auf, weiter in Richtung Zentrum, zurück zur Bank und endlich durch den Park bis hin zu Post und Theater. Sogar eine hübsche Kirche haben wir auf dem Weg besucht. Schließlich kehrten wir, um uns aufzuwärmen, in einem ganz niedlichen Café ein, dem „Rendevouz“ und gönnten uns ein paar leckere Kleinigkeiten, Salat und Smoothie, Bier und Suppe. Ich bin noch immer nicht ganz sicher, ob die Kellnerin wohl wirklich dachte, wir hätten ein Rendevouz :D Auf jeden Fall war es dort ziemlich nett und eigentlich wollten wir da auch noch mal hin... *Memo an mich selbst: ins Rendevouz gehen*

Frisch gestärkt ging es weiter, vorbei an alten, bereits zum Teil verfallenen Gebäuden, die in der Vergangenheit sicher wunderschön gewesen waren und noch immer ihren Charme versprühten. Schade drum, solche Bauwerke verfallen zu lassen! In der Zwischenzeit war es schon recht spät und damit auch verhältnismäßig dunkel und noch kälter, vorallem aber eklig windig, geworden und deswegen beschlossen wir, den Rückweg nicht zu Fuß zu gehen, sondern mit einem Marschrutka zu fahren (sowas, wie ein privater Minibus?!)... 13 Rubel hatten wir gerade noch übrig (zum damaligen Wechselkurs etwa 25Cent). Zum Glück haben wir auch eine Bushaltestelle in der Nähe der Uni, quasi fast vor unserer Haustür und so ließen wir den Abend gemeinsam in aller Ruhe im Wohnheim ausklingen! Da habe ich übrigens auch das erste Mal die Küche etwas genauer inspiziert. Das wir hier ziemlich verwöhnt werden, spiegelt sich in der Küche leider kein bisschen wieder. Wir teilen uns diese mit den anderen Studenten auf unserem Gang, was an sich ja keinerlei Problem darstellt, aber wenn dort jeden Tag gekocht wird und sich dennoch niemand dafür verantwortlich fühlt, hinterher auch sauber zu machen... dann kommt was dabei heraus?! Sch****! Fotos folgen, bis dahin lasst doch euerm Kopfkino ein bisschen Freiraum! Ich bin ja auch nicht gerade ordentlich, aber DAS GEHT GAR NICHT! Das sah nicht gut aus für mich, was kochen und backen anging. (Um es schon einmal vorweg zu nehmen, es hat fast 4 Wochen gedauert, bis ich mich das erste mal wirklich – länger – in die Küche getraut habe!) Aber genug davon, keine Zeit sich darüber aufzuregen, denn am nächsten Tag sollte die Uni losgehen, und das sollte, laut Jana, noch einige Überraschungen und Herausforderungen mit sich bringen!

Dann also bis zum nächsten Eintrag und dem ersten Annäherungsversuch zwischen Anna und Uni. Habt noch einen schönen Tag, fühlt euch gedrückt und пока!

Eure Anna

16.11.14 13:19

Letzte Einträge: Von Büchern, Filmen, Musik und Diktaten, Entschuldigung! , Fortsetzung folgt :), Eine zweite Chance für Barnaul

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Susiii (19.11.14 23:55)
Das ist schön zu dem Foto noch einen ausführlichen Kontext zu haben

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