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Eine zweite Chance für Barnaul

Hallöchen an alle Mitleser, hier bin ich wieder und ich muss zugeben, genauso wenig, wie ich Lust hatte noch einmal nach Barnaul zu fahren, da mich die Ankunft dort so verschreckt hatte, habe ich jetzt Lust über meinen neuerlichen Ausflug dorthin zu schreiben. Ich versuch es trotzdem mal. Wie bereits erwähnt, waren wir ja an dem gemeinsamen verlängerten Wochenende mit Niko hier in Belokuricha und nach einem Entspannungstag hieß es am Dienstag schließlich: auf nach Barnaul!

Morgens halb neun sollte es also los gehen, denn man fährt fast 3h mit dem Bus. Da muss man schon mal zeitig aufstehen, um auch etwas von dem Ausflug zu haben. Also trafen wir uns am frühen Morgen am Busbahnhof und ich war wirklich müde und unlustig, unmotiviert. Ich hatte sogar darüber nachgedacht mich „krank“ zu melden. Aber die Umgebung zu erkunden, ist nun einmal eine gute Idee, also Augen zu und durch (mal wieder!). Wir hatten natürlich noch keine Tickets gekauft, da die Busse regelmäßig verkehrten. Trotzdem fiel es uns nun auf die Füße, denn wir saßen fast eine Stunde auf dem Busbahnhof fest und warteten auf unseren Bus. An sich nicht so schlimm, aber wir hätten noch SCHLAFEN können, EINE STUNDE LÄNGER! Zumindest hatten wir so genügend Zeit den Busbahnhof mit all seinen kleinen Lädchen zu erkunden und – endlich – fand ich die ersten Postkarten, wenn auch nicht von der Stadt und auch nicht wirklich in dem Sinne, wie ich es – also wie die meisten vermutlich – es erwartet hätten. Was soll`s, es nutzt ja alles nichts. Besser die, als keine. Und schöne Motive sind es allemal. Irgendwann kam schließlich auch unser Bus und auf ging die Reise nach Barnaul. Die Landschaft konnte mich nicht wirklich begeistern, kann aber auch daran gelegen haben, dass ich den größten Teil der Fahrt einfach nur schlief. Den Rest der Zeit lernte ich Vokabeln und las im Reiseführer über unser Ziel.

Knapp 2,5h und einige waghalsige Fahrmanöver – ja, auch im Bus ist man davor nicht sicher – später, standen wir schließlich in Barnaul und machten uns auf den Weg, die „Hauptstraße“ zu erkunden. Diese ca. 5km lange Straße entlang zu laufen und ein paar nahegelegen Gebäude zu besuchen war unser Ziel. Nebenbei standen natürlich weiterhin einige wichtige Besorgungen auf unserem Einkaufszettel, ihr erinnert euch: Stiefel und Mantel! Wichtig. Vielleicht hätten wir ja in Barnaul mehr Glück. Nach etwa eineinhalb Stunden kehrten wir erstmal in eine „gehobenere Mensa“ ein und machten Mittagspäuschen bei Suppe und Tee, perfekt zum aufwärmen, denn in Barnaul ist es meistens kälter als im Umland, also auch als in Bijsk und zu dieser Zeit waren wir ja noch nicht an -25° gewohnt bzw. fanden -19°C geradezu kuschelig warm (Gespräch heute, O-Ton Jana: es sind nur -19°C, geradezu kuschelig, da kann man das Fenster schon mal offen lassen...).

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Nach dieser kleinen Stärkung ging unsere Erkundungstour durch die Stadt weiter, vorbei an einigen Universitätsgebäuden bis hin zu einer hübschen kleinen Kirche, welche wir uns auch von innen anschauten – als nächste Aufwärmrunde sozusagen. Eigentlich wollten wir es bis hin zum Ob schaffen, aber da eine riesige Kreuzung uns schließlich von seinen Ufern trennte, verwarfen wir diesen Plan und beschlossen dem riesigen „Pelzmarkt“ einen Besuch abzustatten. Ein Pelzmantel ist schließlich auch ein Mantel :D. Keine Angst, wir haben weder einen gut gefunden, noch darüber nachgedacht wirklich einen zu kaufen. Aber ein bisschen Spaß muss sein. Weiter auf den nächsten, den richtigen, Markt... davon bin ich ja kein großer Fan... Obst und Gemüse ist ja ganz nett, aber Fleisch, Fisch und die Milchprodukte, ich kann den „Geruch“ absolut nicht leiden. Glücklicherweise hielt sich dieses Problem dort in Grenzen, genauso wie wir unsere Zeit, die wir in der Markthalle verbrachten. Noch eine weitere Kirche stand auf unserem Plan, also machten wir uns – sehr erfolgreich ohne uns zu verlaufen – auf die Suche nach eben dieser. Gesucht, gefunden, angeguckt. Eine Kirche halt, schön und nicht zu übertrieben, aber halt nichts besonderes.

Die nächste Aufwärmrunde sollte uns in ein großes Shoppingcenter frühen, denn wir mussten bis zum Abendessen noch einige Zeit totschlagen. Wo wir essen wollten, hatten wir bereits auf dem ersten Kilometer der Hauptstraße, noch vor unserer Mittagspause, herausgefunden! All-you-can-eat-Sushi wollten wir uns einfach nicht entgehen lassen! Aber ein bisschen was wollten wir halt doch noch angucken, der Ausflug sollte sich ja lohnen. Auf dem Weg zu unserem Zwischenziel, also dem Einkaufszentrum (Jana kannte sich schon ganz gut aus, sie war mit Valentina bereits in Barnaul gewesen und hatte sich einiges angeschaut), entdeckte Jana einen kleinen und gutversteckten Second-hand-Laden, nichts wie rein und umschauen! Und DA hing er, MEIN zukünftiger Mantel. Ganz unscheinbar und dennoch fiel er mir bereits beim reinkommen auf Endlich! Die erste Sache abgehackt, ein olivgrüner, kurzer Mantel mit kuscheligem Fell um die Kapuze. Verliebt. Der musste gekauft werden! - und mal nebenbei bemerkt, er war auch ein ziemliches Schnäppchen: 40 Euro, ohne irgendwelche Fehler oder Schäden und SUPERWARM!

Nachdem ich also glücklich war, auf ins Einkaufszentrum und da sollte sich Jana auch noch verlieben. In einen Mantel. Als wir von einer Rolltreppe zu nächsten liefen, hing er dort einfach im Schaufenster und strahlte uns an. Ein grünes, dünnes Mäntelchen, Marke (ich erwähne hier besser nicht, welche... sonst gibt’s nur Neid ^^), und wollte gekauft werden! Rein. Anprobieren. Preisschild studieren. Schlucken. Wieder gehen. Ersteinmal etwas trinken... und nachdenken, eigentlich war schon beschlossen, dass Jana ihn kaufen würde, sie konnte gar nicht mehr aufhören davon zu reden! Auf dem Rückweg durch das Einkaufszentrum – na, ratet mal – machten wir also noch einmal im gleichen Laden halt, noch einmal anprobieren, verliebt sein, Augen zu & durch, kaufen! Ganz einfach... außerdem war der Mantel ja runtergesetzt. (Hat nur das fünffache von meinem neuerworbenen Kleidungsstück gekostet... man gönnt sich ja sonst nichts)

Nach dieser ganzen Aufregung und der vielen Bewegung war es nun wirklich Zeit etwas zu essen! Also den ganzen Weg zurück zu dem Restaurant, welches wir uns anfangs ausgesucht hatten. Hab ich erwähnt, dass Feiertag war? Könnte ihr euch denken, was es am Feiertag nicht gibt? All-you-can-eat-Sushi... das war ja wieder so klar, oder?! Enttäuschung. Hungrig und ausgelaugt... entschieden wir uns dennoch zu bleiben und dort zu essen und es war auch wirklich lecker und empfehlenswert, auch ohne Sushi. Auf dem Platzset stand es dann: ein Restaurant der gleichen Kette gab es auch in Bijsk! In unserem Shoppingcenter, wo auch das Kino ist! Die haben ja sicher das gleiche Angebot, dann gehen wir eben dort Sushi (fr)essen … so der Plan. Jetzt hieß es aber erst einmal den Weg zurück zum Busbahnhof finden und nach Bijsk fahren. Erschöpft aber glücklich, immerhin hatte sich der Ausflug ja gelohnt, wir hatten viel gesehen und waren endlich fündig geworden, was Mäntel anbetraf, war ich gegen um neun zurück im Wohnheim. Manche Dinge verdienen eben doch eine zweite Chance. Und wenn meine Familie endlich bei mir ist, um mich zu besuchen – nur noch 11Tage!!!!!! - dann bekommt Barnaul noch eine dritte Chance

Ich gönne mir jetzt noch ein bisschen Ruhe und lese eine Runde. Euch noch einen schönen Tag und bis bald. Ach, ich hoffe ihr hatte alle einen wunderschönen, besinnlichen ersten Advent und das sich schöne Sachen/ Sprüche/ Bilder etc. hinter eurem ersten Türchen versteckt haben. Fühlt euch ganz lieb gedrückt und пока,

eure Anna.

1.12.14 15:50

Letzte Einträge: Von Büchern, Filmen, Musik und Diktaten, Entschuldigung! , Fortsetzung folgt :)

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Susiii (2.12.14 23:29)
Achja, -19°C würde ich auch als kuschlig bezeichnen... O.O`` gewöhnt man sich da echt dran???

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