Letztes Feedback

Meta





 

Hallöchen ihr Lieben, wie versprochen soll es heute weitergehen. Tatsächlich habe ich mich aber immer noch nicht entschieden, worüber ich nun schreiben möchte. Die Zeit mit Niko liegt nun schon wieder etwas zurück und verschwimmt, zumindest in ihren Einzelheiten, während mir das letzte Wochenende noch sehr lebendig im Kopf herumschwirrt. Mal schauen, wo es mich beim schreiben so hintreibt...

Okay, ich habe Lust auf aktuelle Geschehnisse. Am Sonntag sollte der letzte Tag (schon! Die Zeit fliegt...) unserer Mongolen-Mädels sein, deswegen entschlossen Jana und ich zum Abschied zu backen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Sorgfältig und überlegt, wie wir Deutschen ja nun mal so sind, haben wir also für Freitag einen Probe-Back-Gang eingelegt. Ist ja immer etwas anders mit verschiedenen Zutaten und unterschiedlichen Küchengeräten, da ist das gar nicht so eine schlechte Idee! Nach der Uni waren wir also einkaufen, alles was man eben so braucht für einen Propheten-Kuchen. Ja, der sollte es werden, nicht so viele Zutaten nötig, schnell und einfach zubereitet und passend zum Land mit Vodka Gesagt, getan. Wir hatten bereits am Donnerstag Backpapier und einen Schneebesen besorgt – gut mitgedacht, wie immer, denn sowas gibt es hier nicht als Standardausstattung. Also trafen wir uns am Nachmittag in der Küche, an die wir uns sogar so langsam gewöhnten, und begannen zu backen. Also ich habe gebacken und Jana in der Zwischenzeit für uns gekocht: Nudeln und rote Soße, super lecker. Ich hab mir fast einen abgebrochen mit diesem blöden Teig, das kann ich euch sagen! Der wollte einfach nicht so werden wie in Deutschland! Aber es nutzt ja alles nichts, rein in den Ofen und das Beste hoffen. Wie durch ein Wunder war der Kuchen letztlich auch gar nicht so schlecht und damit sollte der Grundstein für die ersten wirklichen Annäherungsversuche mit unseren „Mitbewohnern“. Aber dazu später mehr.

Nach dem erfrischenden Mittagessen, dem erfolgreichen backen und ebenso erfolgreichen Kuchen verputzen (fast das gesamte Blech, bis auf 2 Stücke) entschieden wir ins Kino zu gehen. Eigentlich war das eh der Plan gewesen, doch da Valentina uns eigentlich begleiten wollte und keine Zeit hatte, hatten wir uns für Samstag entschieden. So böse nun doch ohne sie zu gehen, waren wir nicht, keine Angst. Lust auf Kino hatten wir dennoch und bei den Preisen – ich habs ja schon erwähnt – lohnt es sich auch wirklich! Außerdem war es DIE Chance Jana in einen Liebesfilm zu bekommen, vielleicht die einzige und die musste ja schließlich genutzt werden. „Love, Rosie“ (Für immer vielleicht) sollte es also sein. - Ich muss dazu sagen, ich hatte die Vorschau noch in Deutschland das erste Mal gesehen und war schon mega traurig den Film zu verpassen, aber HEY... so geht’s auch – und wie schön es war! Ich fand ihn wirklich schön. Klar, ich bin eben für solche Filme zu haben. Aber er war nicht zu kitschig und sogar Jana hat er gefallen. Und ich mag das Happy End. (Ich lasse besser unerwähnt, dass mir sogar eine kleine Träne über die Wange kullerte, oder?!) Schön.

Zurück im Wohnheim – es war schon fast um neun, als wir ankamen, und damit verdammt spät für unsere Verhältnisse nicht mit schlafen, aber mit „Heim kommen“ - fand ich in meinem Zimmer das Blech mit den verbliebenen Kuchenstücken. Mir war schlecht! Völlig übersüßt! Jana ging es ebenso. Was also tuen? Ich ging in die Küche und bot den Kuchen den beiden Mädels, die dort saßen, an. Das wars. So einfach kann das gehen. Warum habe ich nicht vorher schon gebacken? Die Muffins bringen mich hier her, der Kuchen lässt uns ins Gespräch kommen. Un die Moral von der Geschicht: ohne Kuchen quatscht sichs nicht. (Oder so ähnlich xD) Jedenfalls fördert Gebäck offensichtlich die Kommunikation, denn das erste Mal kamen wir wirklich ungezwungen in ein Gespräch und verquatschten uns. Sogar Jana bekam es in ihrem Zimmer mit und kam vorbei. Also saßen wir in der Küche, die zwei Chinesinnen – eine von ihnen war an diesem Tag erst angekommen – und wir, und wir quatschten und sie aßen den Kuchen und waren begeistert. Jana holte den restlichen Vodka (der, der vom backen übrig war wohlbemerkt!) und wir tranken. Es war ein lustiger Abend, auch Xsjuscha kam irgendwann dazu – wir hatten sie bereits seit fast vier Wochen nicht gesehen, da sie „krank“ war; eigentlich schwänzte sie aber nur den Russischkurs und wartete, dass ihre Freundin endlich ankommen würde, und die saß ja jetzt endlich mit uns am Tisch, Dascha. Natürlich war Dascha von der Reise erschöpft, weswegen der Abend nicht ewig ging, aber wir fragten sie, ob sie uns am Samstag ins Kino (wie gesagt, wir wollten ja mit Valentina gehen und unser versprechen halten!) kommen wollten. Natürlich wollten sie.

Jana und ich ließen den Abend in Ruhe ausklingen, bei ein bisschen Wein, dem restlichen Vodka, guter Musik und... beim Friseur spielen xD. Ja, Jana hat ihre Fähigkeiten an mir ausprobiert die schönsten Zöpfe zu flechten. An ihr ist wahrlich ein Friseur verloren gegangen Für den nächsten Tag stellten wir einen straffen Plan auf, weswegen wir den Abend, so schön er auch war, doch zeitnah beendeten: einkaufen gehen (inzwischen hatten wir entschieden neben dem Propheten-Kuchen auch noch Bratäpfel und Glühwein anzubieten), duschen und frisieren (ich erwähne das, weil Jana sich meiner Haare annehmen wollte, ein Unterfangen, welches ich durchaus mit Wohlwollen aufgenommen hatte), gemeinsam etwas essen gehen, Kino und anschließend in den Club! Das klingt doch nach einem super Plan! Natürlich – wir sind in Russland – Pläne sind eindeutig da, um umgeschmissen zu werden. Alles kam anders.

Ausschlafen! Ja, wenigstens das hat ganz gut geklappt. Aber ab da ging es „schief“. Anstatt einkaufen zu gehen und uns hübsch zu machen... saßen wir in unseren Zimmern, wir lasen und GANZ WICHTIG: wir buchten Flüge! Für Jana. Nach Sankt Petersburg. Und für uns beide. Nach Moskau. Super, ich freu mich! Dem Januar-Abenteuer in diesen beiden Metropolen steht nichts mehr im Weg. Das wird super. So viel also dazu, aber mehr hatten wir eben dennoch nicht geschafft. Dann klopfte es an die Tür, Dascha stand – im Schlafanzug (es war inzwischen halb vier) – und fragte, wann wir loswollten. Viertel fünf, da wir noch essen wollten. Sie würden sich uns auch dabei anschließen, super. Also machten wir uns eine dreiviertel Stunde später auf den Weg ins Einkaufszentrum, mit der Straßenbahn, weil es furchtbar windig und damit ziemlich eklig war. Unterwegs war in mir der Gedanke gereift die Mädels ins Kino einzuladen. Ich weiß auch nicht, ich zeige manchmal diese – auch typisch russische – Anwandlung. Und mal ganz ehrlich: 20Euro für 5 Kinokarten (abends kosten sie – oh Schreck – anstatt 3 ganze 4Euro) ist halt wirklich ein Witz, dafür geht man in Deutschland zu zweit ins Kino. Das konnte man wohl durchaus einmal machen. Als ich am Schalter das Geld zückte, gab es erstmal lauthals Proteste. Keine Widerrede! So wird’s gemacht.

Dafür wurde ich dann natürlich, wie sollte es anders sein, zum Essen eingeladen. Einen – erstaunlich leckeren – Wrap mit Gemüse und Hühnchen und als Dessert einen Blin. Toll. Glücklich. Muss ich mir merken, war wirklich köstlich. Nach dem Essen hatten wir zum Glück noch ein wenig Zeit bis zum Filmbeginn also schlenderten wir noch einmal durch den Supermarkt, um uns mit Snacks und Getränken einzudecken. Jana und ich haben einen neuerlichen Lolli-Tick entwickelte. M&M´s sind auch nicht schlecht... uns auf ging es ins Kino. Da nach dem Film ja bekanntlich vor dem Film ist, hatten wir noch knapp zwei Stunden schon wieder HUNGER :D Aber der Abend war ja schließlich noch jung, also beschlossen wir (eigentlich Jana und ich, den China-Mädels wars „egal“) in unser Lieblingscafé/Restaurant/Bar zu gehen, ins Schokolatte :D Wie wir darauf gekommen sind erfahrt ihr übrigens, wenn ich endlich von Nikos Urlaub hier berichte, nur keine Eile. Jedenfalls gibt’s dort echt lecker Sushi, ein paar nette Cocktails und eine MEGA KUCHENTHEKE... (Fotos folgen und dann bloß kein Neid!) Anstatt uns allerdings durch das Sushi zu futtern, wie sonst, gab es vor allem Leckereien (unsere Chinesinnen stehen da offensichtlich drauf). Okay, der Club-Besuch würde ganz sicher ausfallen. Ich habe es, glaube ich, noch nicht erwähnt, aber das Wohnheim schließt um 23Uhr und es war inzwischen bereits kurz vor zehn, niemand hatte eine Verspätung an der Wache angemeldet, also blieb uns nichts anderes übrig langsam den Rückweg anzutreten.

Der Plan war wieder mal gut: mit dem Bus fahren! Blöderweise fuhren scheinbar keine Busse mehr um diese Uhrzeit! Mist. Also doch laufen, zum Glück hatte sich der Wind inzwischen etwas gelegt und so schlenderten wir in aller Ruhe nach Hause, wo wir wohlbehalten und leicht unterkühlt nach etwa einer halben Stunde ankamen. Nun aber schnell, ab ins Bett! Morgen haben wir viel vor. Kommt euch bekannt vor? Lol, mir auch. Glücklicherweise fiel uns noch rechtzeitig ein, dass wir die, um die es ja gehen sollte – ihr erinnert euch, der erwähnte Abschiedsabend unserer Mongolen-Mädels – noch gar nicht eingeladen bzw. informiert hatten. Schnell kritzelte ich eine kurze Nachricht über unser Vorhaben auf einen Zettel und brachte ihn in die Küche. Dort saß Sascha ganz einsam und wartete auf sein Teewasser. Natürlich lud ich ihn auch ein, die China-Mädels hatten schließlich auch schon zugesagt, wir wollen ja niemanden ausschließen, erst recht nicht unseren Hahn im Korb

Schlafen konnte ich gut, ausschlafen war – wie eigentlich jedes Wochenende – der Plan (hab ich erwähnt, dass planen hier einfach nichts bringt? SINNLOS), aber der wurde natürlich durchkreuzt. Unsanft wurden wir 7Uhr aus dem Schlaf gerissen als 9 „neue“ Mongolen anreisten. Ist ja alles kein Problem, blöd nur, wenn sie einfach nicht zur Ruhe kommen. Mit schlechter Laune aufzustehen ist wirklich unratsam, und ich hatte WIRKLICH SCHLECHTE Laune! Sie haben es geschafft 3h lang die Dusche zu blockieren und bis um 11 zu lärmen. Ätzend. Richtig nervig. Jana ging es genau wie mir. Was das Fass zum überlaufen brachte? Als plötzlich ein bestimmt 50-jähriger Mann OHNE Anklopfen in meinem Zimmer stand, mich dumm anschaute, ohne etwas zu sagen verschwand und auch noch meine Tür offen stehen ließ. Hallo? Wo gibt es denn bitte so etwas? Schon mal was von Anstand und Höflichkeit gehört? Arschloch!

Auch wenn das doof ist, jetzt erstmal aufzuhören, aber ich hab grad auf die Uhr geschaut … irgendwie ist es schon um eins. Hab ich erwähnt, dass die Zeit zu fliegen scheint? Ich werde jetzt schlafen gehen. Ist ja auch schon lang genug der Text. Morgen dann die Fortsetzung. Mit weniger schlechter Laune. Krass, wie man sich da reinsteigern kann, wenn man wieder so drüber nachdenkt :D Also, Freunde, ganz lieb und ernst gemeint: gute Nacht, einen schönen Abend euch noch und пока.

Eure Anna

26.11.14 20:12

Letzte Einträge: Von Büchern, Filmen, Musik und Diktaten, Entschuldigung! , Fortsetzung folgt :), Eine zweite Chance für Barnaul

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen