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Von Büchern, Filmen, Musik und Diktaten

Freunde, witzigerweise ist mir heute wieder eingefallen, warum ich so wenige Erinnerungen an meine ersten beiden Wochen hier und die damit verbundenen Erlebnisse habe... ich hab schlicht und ergreifend wirklich nicht viel gemacht! Außer: GELESEN! Und zwar sage und schreibe 5 Bücher innerhalb von ungefähr 10 Tagen. Jetzt ergibt alles schon wieder einen Sinn :D Es waren aber auch wirklich gute Bücher, die mussten einfach gelesen werden. 1. Wir sind die Guten (wer Verschwörungstheorien und ähnliches mag, dem sie dieses Buch wärmstens empfohlen, geht es doch um den aktuellen Ukraine-Konflikt und den „Kampf“ zwischen Russland und den USA) 2. Ein ganzes halbes Jahr (endlich hab ich es gelesen! Es ist wunderschön und furchtbar traurig, ich habe wirklich Rotz und Wasser geheult. Ich lege es euch wirklich ans Herz, wer es nicht gelesen hat... nehmt euch ein bisschen Zeit und guckt mal rein. Es liest sich wirklich gut und man möchte es gar nicht mehr weg legen) 3. Das Schicksal ist ein mieser Verräter (auch ich habe es inzwischen also geschafft, dieses Buch zu lesen. Für alle Lesemuffel noch mal die Erinnerung: gibt es sogar schon als Film den habe ich zwar leider noch nicht gesehen aber von Freunden nur gutes Feedback gehört. Ebenfalls Rotz und Wasser geheult!) 4. Isch gehen Schulhof (für alle Lehramtsstudenten empfehlenswert aber auch für alle anderen eine interessante und teilweise erschreckende Lektüre, die mich ernsthaft bezweifeln lässt, den richtigen Berufszweig gewählt zu haben aber noch bin ich ja nicht fertig... und man muss ja auch nicht unbedingt nach Berlin an eine Schule!) 5. bleibt mein Geheimnis :D ich kann euch ja nicht ALLES erzählen,... nein, ich habe es ENDLICH geschafft: Shades of Grey 3 (ich hatte den vor zwei Jahren zur Hälfte gelesen und dann war Schluss, nun hatte ich endlich Zeit und Lust noch einmal von vorn anzufangen. Ich bin noch nicht ganz sicher, was ich vom Ende halten soll.) Eigentlich war das auch echt richtig schön... einfach mal wieder lesen, lesen, lesen! Zu Hause komme ich tatsächlich kaum dazu, da haben andere Hobbys momentan einfach Vorrang z.B. nähen – Gottchen, ich vermisse meine Nähmaschine –, also war es wirklich sehr erholsam und ich hab mich ja irgendwie auch weitergebildet. Nach diesen 5 Büchern habe ich übrigens mit Shades of Grey 2 auf RUSSISCH begonnen!!!! (Deutsch auch noch mal parallel, einfach des besseren Verständnisses wegen... da sind so „ein paar“ Vokabeln dabei, die man nicht unbedingt an der Uni lernt ^^) Tja, und darüber bin ich abgestorben... So viel also zu meinem kleinen Lesemarathon (schon ein guter Schnitt, wie ich finde) und nun zu den restlichen Erlebnissen der zweiten Woche – gezählt bis Janas Abreise nach Novosibirsk. Zwei sehr erfreuliche Nachrichten bezüglich der Uni gab es: a) unsere Dozentin war wieder da, d.h. nur noch die Hälfte der Stunden bei dem, dessen Namen nicht genannt werden darf (V.V.) und b) wir haben begonnen, die ersten Deutschstunden zu unterrichten! Eigentlich war es nur ein Deutschkurs, aber... was solls! Übrigens: unser Lieblingskurs sozusagen in den auch unsere beiden Supertalente gehen (siehe den „Konzert“besuch). Aber erst einmal zu unserem Russischkurs. Ekaterina stellte sich uns also vor, eine richtig attraktive Russin, die das Konzept des Unterrichtens offensichtlich etwas anders und - vor allem BESSER als V.V. - verstanden hat! So müssen wir beispielsweise zu jeder Veranstaltung eine Nachricht vorbereiten und diese zu Beginn vortragen (Sascha kommt dabei in 99% der Fälle auf Politik zurück *g*) Außerdem lässt sie uns sogar EIGENE Antworten auf Fragen formulieren, anstatt uns alles nachquatschen zu lassen oder wir beschäftigen uns mit Grammatik an Stelle von Zungenbrechern. Ach, unser Kurs ist auch gewachsen! Die drei Mädels aus der Mongolei sind inzwischen angekommen und „mischen alles etwas auf“. Sie sprechen noch schlechter als die Chinesen und müssen natürlich erst einmal auf unseren Stand der Zungenbrecher gebracht werden :D (Vermutlich sind Jana und ich gemeinsam genau so groß und auch schwer, wie diese drei Mädels zusammen! o.O ) Um sie auch mal beim Namen zu nennen – ich versuche es zumindest –, da hätten wir Katja (Patzetze), Natascha (deren wirklichen Namen ich mir NIE merken kann) und Dagiisuren (die sich weigert einen russischen Namen „anzunehmen“, um uns das Leben zu erleichtern). Ein bisschen suspekt waren sie uns anfangs schon – das muss ich zugeben – noch mehr jedoch wunderte uns ihr Essverhalten. Theoretisch müssten sie einfach doppelt so breit sein wie wir... gute Verdauung? Gute Gene? Ich weiß es nicht... ärgerlich. Und das „riecht“ aus der Küche! IMMER! Wie kann es denn morgens kurz vor neun nach Hammel und Knoblauch und überhaupt „riechen“? Zum Frühstück. Bähhh. Andere Länder, andere Sitten... schon gut, das weiß ich ja auch! Dennoch... und der Geruch zieht einfach ständig bis zu uns! Da kann einem schon mal der Appetit vergehen. Katja hat mir das neulich übrigens so erklärt: „Ohne Fleisch können wir nicht essen.“ Okay, verstanden. So ähnlich haben wir uns das auch schon gedacht :D Sie hatten auch so merkwürdiges Trocken-Rind?-Fleisch dabei, was zusammen mit Würstchen in mega viel Wasser und mit Hirse aufgematscht wurde. Lecker. Wohl bekomms. Guten Appetit. Nun gut, ich will hier ja auch niemanden verschrecken und inzwischen haben wir die 3 Mädels auch ganz gern gewonnen (leider waren sie nur für knapp 6 Wochen hier und fliegen am Montag heim)... aber zurück zur Uni und unserem Deutschunterricht. Jana kannte den Kurs schon, da sie auch vor meiner Ankunft schon einmal dort unterrichtet hatte. Der Kurs besteht aus 5 Mädels (und manchmal auch zwei Jungs, aber NUR manchmal!). Schenja und Sascha kennt ihr ja schon, wie gesagt: unsere beiden Supertalente, dazu kommt Katja, die ist in Deutschland aufgewachsen und langweilt sich vermutlich zu Tode, macht aber dennoch gut mit und ist – glaube ich – ganz froh, das wir mal frischen Wind rein bringen, und Anja und Marina, die sind beide ganz süß und geben sich auch wirklich viel Mühe! Und dann wären da noch Sergej und Boris. Was soll ich sagen? Ich bin sprachlos... so etwas habe ich noch NIE erlebt! Auch wenn das erst deutlich später passiert und vielleicht ein bisschen gemein ist (verratet mich nicht!), möchte ich euch hier schon mal an unserem Diktat teilhaben lassen. „Wendlich aus der Shule. Nach Hause der komme. Tanzing ausziehe ich meine Shuhaus. Und Schradizie in der Shrank in. Fure. Mein Jacke heinelich auf hänge in klein die Shrank. Ich bin hungrig und möchte essen. Before ich köche wäche ich meine Hände an Wachbeken. Dan mache ich mir mitten essen auf dem Händ oder in der mir kovele bam. Wenlich satt bin kommen sätse ich mich auf deen Sesse und nimmer an Buch auf dem Regal und lese oder spieder und dem Klavier. Manlichmal geer ich auch dem Spät und schlafekurz.“ Ihr wisst ja alle, was ein Diktat ist?! Jemand liest den Text langsam und deutlich vor (in diesem Fall ich – und ja, ich habe WIRKLICH laaaaaangsam und DEUTLICH gesprochen und jeden Satz 3 mal wiederholt!) und die anderen schreiben mit. Prinzip klar. Was haben wir für einen Schei* diktiert, fragt ihr euch? Dann hier die Auflösung für die, die nicht ganz wussten, was es mit der MIR KOVELE BAM auf sich hat... Noch eine kurze Anmerkung: die Studenten wussten, dass wir ein Diktat schreiben würden und hatten die Aufgabe, Vokabeln zum Thema Wohnung/ Haushalt zu lernen! Wenn ich aus der Schule nach Hause komme, dann ziehe ich meine Schue aus und stelle sie in den Schrank im Flur. Meine Jacke hänge ich in den Kleiderschrank. Ich bin hungrig und möchte essen. Bevor ich koche, wasche ich meine Hände am Waschbecken. Dann mache ich mir Mittagessen auf dem Herd oder in der Mikrowelle warm. Wenn ich satt bin, setze ich mich auf den Sessel und nehme ein Buch aus dem Regal und lese oder ich spiele Klavier. Manchmal gehe ich auch ins Bett und schlafe kurz. Mehr muss ich nicht sagen zu unseren Jungs, oder? Die Mädels hatten übrigens zwischen 3 und 7 Fehlern im Diktat! Ich kann also nicht SO SCHLIMM gelesen haben Puh, Glück gehabt! Wenn wir nicht gerade Diktate schreiben oder uns (auch wenn das schon wieder gemein ist) über einige der Ergebnisse halb totlachen, dann beschäftigen wir uns in dem Kurs mit dem Thema „Familie“. Familienmitglieder, Stammbäume, Lebensweise usw. usf. Alles in allem ist der Kurs dennoch spitze und immer wieder für ein paar Lacher gut, wenn auch unbeabsichtigt. So erzählte uns eine Studentin einmal, dass sie einige Leute vergaste (böser Humor, ich weiß,... aber zuuuuu göttlich!), eigentlich hatte sie ja nur einige Verwandte VERGESSEN zu erwähnen Von den Mädels wurden wir schließlich auch eingeladen uns ein Konzert an der Uni anzusehen. Mit Freuden nahmen wir die Einladung an und fanden uns eines nachmittags in der Aula wieder. Gemeinsam mit Alexander (ein weiterer Bekannter von Jana, der auch Deutsch studiert und schon ziemlich gut spricht!) lauschten wir russischen Gesängen, Gitarrenklängen und – mein absolutes Highlight – einer Geigerin. Diese eröffnete das kleine Konzert mit dem durchaus bekannten und aktuellen Hit von Lindsey Stirling „Shatter me“... Gänsehaut pur! Richtig genial! Im Wohnheim haben wir außerdem unseren ersten Filmabend veranstaltet. Гарри Поттер и Oрден Феникса – Harry Potter und der Orden des Phönix. Unser Ziel bis zur Abreise lautet seit dem: alle Harry Potter Teile auf Russisch gucken! Da haben wir uns etwas vorgenommen, aber es macht wirklich Spaß und man hört sich schnell rein, vor allem da wir die Übersetzung ziiiiiemlich gut kennen Okay, es ist wirklich spät und ich will euch auch nicht länger langweilen, außerdem muss ich dringend ins Bett... verdammte Zeitverschiebung, hier ist es immerhin schon dreiviertel eins – 5 Stunden Unterschied zu Deutschland machen schon etwas aus! Also einen wunderschönen Abend noch und gute Nacht. Fühle euch ganz lieb gedrückt und пока, eure Anna

20.11.14 19:49

Letzte Einträge: Entschuldigung! , Fortsetzung folgt :), Eine zweite Chance für Barnaul

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