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Zeitsprung in die Gegenwart

Ihr Lieben, ganz frisch inspiriert vom heutigen Tag, habe ich mich dazu entschlossen, euch - zur Abwechslung mal - über die letzten paar Stunden zu berichten! Hurra! Denn heute war wirklich sehr viel los; ein sehr schöner, anstrengender Tag liegt hinter uns. Begonnen hat alles leider nicht ganz so nett, ich habe mir wohl gestern den Magen ein wenig verdorben (bzw. der rebelliert eh gern bei jeder Kleinigkeit) und dementsprechend war auch die Nacht nicht sehr ruhig und heute morgen fühlte ich mich noch immer nicht sonderlich gut. Allerdings war der Plan für den heutigen Tag so umfangreich, dass schwänzen schier unmöglich schien. (Im Nachhinein bin ich auch unglaublich froh, mich überwunden zu haben das Zimmer bzw. überhaupt erstmal mein Bett zu verlassen)

Folgender Plan sollte also in die Tat umgesetzt werden:
1. Stunde: Deutschkurs zum Thema Architektur … wir hatten keine Ahnung von nichts
2. Stunde: „stellt mal irgendwie irgendwas über Deutschland vor, so 5-10Minuten... für die Erstis der anderen Fakultäten“ - ähhhh jaaaaa, nichts einfacher als das?!
3. Stunde: Russisch
4. Stunde: Russisch
5. „Konzertbesuch“

Wie ihr seht, ein ziemlich volles Programm... aber natürlich kam alles anders als gedacht – wie scheinbar immer, wenn in Russland was geplant wird?! Noch bevor wir das Wohnheim verlassen konnten, um zu unserem Deutschkurs aufzubrechen, bekam Jana eine SMS von unserer guten Valentina. Wir sollen doch bitte halb zehn zu ihr ins Büro kommen, die Sachen für die „Deutschlandvorstellung“ durchsprechen... also genau während unserer eigentlichen Deutschstunde! Um ehrlich zu sein: mir ist schon ein Stein vom Herzen gefallen, hatten wir doch ausnahmsweise mal nicht wirklich etwas vorbereitet. Ich finde, Architektur ist auch wirklich ein merkwürdiges Thema für Fremdsprachenunterricht, aber gut... anstatt uns eben auf den Weg zu „unserer Klasse“ zu machen, suchten wir deren Dozentin, um sie über die neusten Gegebenheiten in Kenntnis zu setzen! Überraschenderweise war sie kein bisschen überrascht Ihr Statement dazu: Ja, so läuft das bei uns immer... Pläne werden in letzter Minute umgeschmissen oder eben auch erst dann erstellt und Bescheid gesagt am liebsten erst, wenn es eh schon zu spät ist. Auch gut. Auf in Valentinas Büro! Ach nein, STOP! Erst noch einmal zurück ins Wohnheim, umziehen! Alle sahen so schick aus, da mussten wir schon wenigstens ein bisschen mitziehen... also ins Kleidchen geschlüpft, die Haare noch einmal aufgehübscht und etwas Make-up aufgelegt (tatsächlich genieße ich es hier unglaublich ohne Make-up durchs Leben zu gehen,... ich war bisher – glaube ich – drei mal geschminkt, seit ich hier bin (6 Wochen). Jetzt aber schnell! Auf zu Valja.

Was wir schönes vorbereitet haben für die Erstis? How to be german in 20 steps – ну, конечно, по русский (natürlich auf RUSSISCH!) Das wollte sich auch unsere liebe Valja nicht entgehen lassen, also probten wir unseren „Auftritt“ (das erste und einzige Mal) vor ihr! Und es gefiel. Also waren wir ja gut vorbereitet (wir, bzw. in erster Linie die liebe Jana, haben die Übersetzung erst gestern Abend - auf Grundlage einer Website zum Thema - erstellt). In diesem Moment kam auch Xenia dazu, die uns in die „Kammer des Schreckens“ oder besser den „Korridor des Grauens“ begleitete, wo wir schon sehnsüchtig von einigen Studenten erwartet wurden. Tee und Gebäck gab es, und Sascha hatte man offensichtlich auch verpflichtet sich nützlich zu machen :D Die erste(! Es sollten noch einige folgen!) Gruppe Erstis kam auch sogleich... der Moment in dem man sich wieder in die Schulzeit zurückversetzt fühlte. Nach einem sehr kurzen Kurzvortrag über die Fakultät, ging es an ein paar Spielchen. Lustig zuzusehen war es allemal, wie alle „Neuen“ gemeinsam eine Rakete oder ein Motorrad darstellen sollten... da war eben voller Körpereinsatz gefragt! Danach ging es an meine „Lieblingsbeschäftigung“ - Zungenbrecher! Dieses Mal allerdings auf Englisch... es war köstlich! Teilweise erkannte man noch nicht einmal, dass es sich dabei eben um Englisch handeln sollte; hätte ich mir die Texte nicht selbst durchgelesen, würde ich es womöglich noch immer nicht glauben! Als kleines Päuschen bereitete Sascha schließlich Tee für alle – in einer traditionellen chinesischen Teezeremonie. (Wenn ihr mich fragt: es war unspektakulärer als es sich vielleicht gerade anhören mag, er hat halt Tee aufgegossen. Lustig war jedoch, dass er die !unter anderem flüssigen! Teereste in den Müll „warf“ bzw. goss... aber gut, jedem das seine!)

Dann war es soweit, Premiere, unser „großer Auftritt“ - die wirklich großen Auftritte kommen erst noch (wenn auch nicht unsere)... und so klärten wir die Russen darüber auf, welche 20 Punkte einen typisch Deutschen ausmachen, wir hatten dabei den ein oder anderen Lacher durchaus auf unserer Seite. Von Versicherung und Weiterbildung über Sauerkraut und Würste, Tatort und rote Ampelmännchen bis hin zum Bierflaschen öffnen - mit allem außer einem Öffner -, Pfand und Recycling war eben für jeden etwas dabei. Auch unsere Autobahnen mit ohne Tempolimit fanden viel Anklang, vermutlich besonders, weil ich es einfach nicht auf die Reihe bekam, das russische Wort für Begrenzung (ограничение - agranitschenie) auf Anhieb richtig auszusprechen... ^^ *peinlich* Kann man machen nichts, muss man lächeln nett. Kam auch gut an, und ohne ein paar Versprecher wäre es ja auch wirklich nur halb so lustig. Zu diesem Zeitpunkt wussten Jana und ich allerdings auch noch nicht, wie oft wir unseren Auftritt noch wiederholen würden und dementsprechend, wie oft ich dieses Wort verkacken würde... Pause. Diese nutzen wir tatsächlich mal sinnvoll, wir halfen Xenia bei ihren Englischhausaufgaben und sie uns dafür bei den Russischaufgaben. Zweiter Auftritt – gleicher Ablauf – gleiche Spiele und Zungenbrecher – gleiche Teezeremonie – gleicher Vortrag über „how to be german“ - gleicher Versprecher am Ende... Pause, Englisch und Russisch machen... Dritter Auftritt – gleicher Ablauf - …. - Pause! (der ewige Kreis?! ^^) Nein, diesmal lange Mittagspause! Erst in drei Stunden würde es weiter gehen! Super, dann konnten wir ja sogar zu unserer Russischstunde gehen, zumindest zur ersten. Aber erst einmal etwas essen, es war auch noch eine Stunde Zeit bis zum Unterricht, alles ganz entspannt!

Das war wohl mein entscheidender Fehler. Trotz der Tatsache, dass ich mich noch nicht wirklich gut fühlte, entschied ich mich für Borschtsch, Gemüse-Reis und Hähnchen und einen kleinen Salat. Hm, als ich es so vor mir stehen hatte, war mir der Appetit schon wieder vergangen, aber ich hab ganz brav gegessen.. und dann gings Rund! In meinem Bauch! Schon wieder! -.-´Selber Schuld, ja ja, ich weiß! Naja, so viel würde jetzt sicher nicht mehr passieren, die erste Runde lief ja auch ganz gut und ging fix... dachte ich! Also erstmal zurück zur Uni und auf zu unserem Russischunterricht. Der Knaller, im Raum war ….. NIEMAND! Unsere Dozentin (Dozent-IN? Ja, das kommt später... also früher in der Zeit aber später hier im Blog xD ) kam kurz nach uns und … das wars! Wir blieben zu dritt. Auch mal nett. Worüber könnte man denn schönes quatschen? Wie wäre es mit „How to be german“ ? Gute Idee! Kreativ. Also besprachen Jana und ich – zum inzwischen fünften Mal an diesem Tag – unsere 20 Punkte mit Ekaterina... und dadurch, dass wir wirklich alles haarklein analysieren konnten, dauerte das auch einfach mal eine ganze Stunde. Dann noch ein bisschen Tratsch und Klatsch ausgetauscht über Kinofilme und Weihnachtsessen und unsere weitere Urlaubsplanung und schwubs... da war die Veranstaltung (immerhin ja 90min) auch schon wieder vorbei! Das ging mal richtig fix! Und wir haben verdammt viel geredet – alles auf RUSSISCH natürlich! Und es lief richtig gut! So könnte es eigentlich öfter sein, vielleicht auch immer :D Auf jeden Fall mal richtig gutes Sprachtraining für uns!

Jetzt aber schnell zurück zu unserer Veranstaltung, hieß es! Die nächste Gruppe kommt sicher bald. So war es dann auch. The same procedure as – nein, nicht every year – before, James ! Und nochmal, nochmal, nochmal (…) Insgesamt waren es schließlich NEUN Gruppen, denen wir unsere „Liste“ vorstellen durften – ich fürchte, wir und alle, die mit uns das Programm der Fakultät für Fremdsprachen dargeboten haben, können für immer diese 20 Schritte auswendig. Für immer. Навсегда. Ist ja auch ganz nett. Es war übrigens erstaunlich, wie sehr sich einige der Erstis gefreut haben, als sie hörten, dass Gäste aus Deutschland da waren und ihnen etwas erzählen wollten. Ihnen war die Freude geradezu ins Gesicht geschrieben. Einige kannten wir auch schon aus unseren Deutsch-Kursen, die Psycho-Ladies (keine Angst, sie studieren eben Psychologie und Deutsch) und einige Sprach-Mädels, und ich muss sagen, WIR HABEN DIE GEILSTEN KURSE EVER! Die hatten einen riesigen Spaß, haben sich bei den Spielchen und Zungenbrechern richtig gut geschlagen und auch mit uns sehr gut interagiert. Welchen tieferen Sinn dieser Tag nun aber hatte, dass ist mir noch immer unbegreiflich. Wozu muss man denn bitte Erstsemestern, die sich ja offensichtlich bereits für ein Studium entschieden haben, jede einzelne Fakultät vorstellen, als ob man sie abwerben wolle?! Schüler, okay... aber Studenten? Egal, es war jedenfalls wirklich ganz wunderbar und ihr seht, unser ehemaliger Plan war relativ nutzlos und sah rückblickend inzwischen so aus:

1. Unterricht absagen, umziehen, Treffen bei Valentina, erste Vorträge
2. Essen/ Mittagspause
3. Russisch „Privatunterricht“
4. die restlichen 6 Vorträge
5. unser „Konzertbesuch“

Wenigstens unser Konzertbesuch sollte wie geplant stattfinden! Nachdem wir uns fix umgezogen hatten (im Kleidchen war es mir dann doch etwas frisch – es schneit seit 3 Tagen durch und hatte -10°C), holten wir Valentina aus ihrem Büro ab, die uns ein „Privattaxi“ besorgt hatte – ihre ältere Schwester und deren Mann(?). Gemeinsam fuhren wir also zum Kulturzentrum, leider habe ich es verpasst Fotos zu machen – es ist ein wirklich sehenswertes Gebäude, vielleicht ergibt es sich ja nochmal. Unsere Aufgabe dort war jedenfalls nicht einfach nur zuhören, sondern viel mehr ANFEUERN! Unser „Konzert“ war nämlich gar kein Konzert, sondern ein Talentwettbewerb der Universität. Und wir waren damit natürlich unseren „Schülerinnen“ verpflichtet Schenja und Sascha (die Schwester unserer Valja) nahmen mit einer unglaublich kreativen Performance teil, sie trugen auf verschieden Instrumenten ein Filmmusik-Medley vor. Mich hatten sie ja schon mit der ersten Titelwahl auf ihrer Seite – die Harry Potter Titelmelodie, wie geil... die verschiedenen Stücke auf Keyboard, Flöte, Gitarre, mit Tamburin und Kastanetten unterschiedlich interpretiert! (Natürlich nicht alle Instrumente auf einmal, dass wäre selbst für diese beiden Mädels zu viel gewesen, aber wenn sie damit nicht bewiesen haben, wie vielseitig sie sind! Und wie kreativ!) HAMMER! Ich habs auf Video Super Idee, super Umsetzung. Daneben gab es noch ein paar Tanz- und Sineinlagen, auch einige ziemlich gute!

Irgendwie gab es dann noch einen Wettbewerb im Wettbewerb... „The voice of Uni“ sozusagen xD und, haltet euch fest, Schenja hat gesungen... WAHNSINN! Das war sooooooooo unglaublich schön! Das Mädel hat eine Stimme! Unbeschreiblich. Grandios. Gänsehaut. Sie ist im Unterricht immer so zurückhaltend und schüchtern und auf der Bühne legt sie los... als würde alles davon abhängen! Kaum zu glauben. In der Uni macht sie auch eher mit einem unkonventionellen Auftreten von sich reden, die grünen Haare und Piercings stechen einfach hervor und auch ihr Kleidungsstil ist nicht besonders lady-like! Und plötzlich stand sie da, in einem Traum aus schwarzem Samt mit mörder Highheels und sah unglaublich aus! Und diese Stimme... ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus! Schluss jetzt - Es kamen noch zwei traditionelle(re) russische Darbietungen dazu und ein Mädchen sang einen Song aus „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“.

Aber wenn jemand den Sieg verdient hatte, dann Schenja! Dank des vielfältigen Rahmenprogrammes zog sich die Veranstaltung über zwei Stunden. Dann, endlich!, die Siegerehrung! Daumendrücken. Jubeln. Unser kreatives Duo hat gewonnen. Verdient, wenn ihr mich fragt! 10.000 Rubel Preisgeld. Gratulation an die beiden Mädels! Schließlich, die Auswertung von dem reinen Gesangswettbewerb. Wieder Daumendrücken. Und... WIEDER JUBELN! Schenja hat es geschafft, den einen Preis noch nicht einmal weggeschafft, gewinnt sie auch die zweite Prämie. Wenn das mal nicht ein glatter Durchmarsch war! Und wie gesagt – absolut verdient! (Ich habs auf Video!!!!) Neben Urkunde und Pokal gibt es noch eine Überraschung, einen Preis: eine Gitarre. Der Abend hat sich auf ganzer Linie gelohnt! Zum Abschluss folgte noch eine letzte, wundervolle Darbietung – zu dem Titelsong aus „Anastasia“, live von einer Teilnehmerin performt (besser als ihr Beitrag im Wettbewerb, um ehrlich zu sein!), tanzten 5 Paare Walzer. Ein wunderschönes, gelungenes Finale.

Mit dem Bus ging es schließlich zurück zum Wohnheim... auf dem Weg zur Haltestelle haben wir sogar ein Minifeuerwerk bestaunen dürfen, wie passend Um acht waren wir endlich „daheime“, es war schon ein wirklich anstrengender Tag, auch wenn nicht alles so gelaufen ist, wie es geplant war. Erst einmal etwas essen! Da es meinem Bauch immer noch nicht besser ging, entschied ich mich für „Milchreis“ (ein Fehlkauf,... es ist kein Reis, sonder … wer weiß das schon?, trotzdem lecker). Pech für mich, dass in der Küche bereits jemand war. Nicht das ich nicht teilen wollen würde, aber die guten Herdplatten waren besetzt. Um einen winzigen Schluck Milch – ungelogen, die Milch stand ca. 2,5cm hoch im Topf! - zum kochen zu bringen, brauchte ich eine halbe Stunde. Der gute Alex hat auf die Uhr geschaut! Aber wir haben uns währenddessen seeeehr gut unterhalten, unter anderem darüber warum niemand beim Unterricht gewesen war (außer Jana und mir) und über den Talentwettbewerb. Ich mag den Sascha! Der ist knuddelig... den könnte man glatt adoptieren... (Jana meinte, als Tee-Zermonien-Meister wäre er auch nicht schlecht ) blöderweise ist er aber genau so alt wie wir xD und so klein :D Chinese halt...

Nachdem die Milch dann irgendwann auch mal gekocht hat, gab es essen und dann,... hab ich mich hingesetzt, um das hier zu schreiben ^^ … so, jetzt wisst ihr es, jetzt kennt ihr meinen heutigen Tag mit sämtlichen Details. Euch noch einen schönen Abend, fühlt euch gedrückt und пока,

eure Anna

17.11.14 18:47

Letzte Einträge: Von Büchern, Filmen, Musik und Diktaten, Entschuldigung! , Fortsetzung folgt :), Eine zweite Chance für Barnaul

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